Mehrkomponententechnik
Hochwertiges Mehrfarbdesign, komplexe Formteile aus zwei und mehr Komponenten, Dekorieren, Bedrucken, Hinterspritzen von Textilien und Folien, Montage-Spritzgießen – die Mehrkomponenten-Technologie hat sich in den letzten Jahren rasant entwickelt: Immer neue Verfahrensvarianten, Kunststoffe und Werkstoffkombinationen kommen hinzu für immer neue Anwendungen in der Automobil-, Medizin- und Kommunikationstechnik, in der Elektronik-, Verpackungs- und Sportartikelindustrie. Anwendungen, die noch vor wenigen Jahren undenkbar waren. Dazu haben wir von Sumitomo (SHI) Demag mit beigetragen: In Hunderten von Anlagen beweist die Multi ihre Fähigkeit mit innovativen, anwenderspezifischen Lösungen die hohe Formteilqualität mit hoher Wirtschaftlichkeit zu verbinden.
Einsatzbereiche
Hinter dem Begriff „Mehrkomponententechnik“ steht eine Vielzahl unterschiedlichster werkzeug- und maschinentechnischer Verfahren. Ihre Gemeinsamkeit besteht darin, dass mehrere Einspritzeinheiten verschiedene Werkstoffe zu einem Formteil ineinander oder aneinander spritzen. Beim Aneinanderspritzen verbinden sich die Komponenten entweder zu „homogenen“ (z. B. Kfz-Rückleuchte) oder zu „heterogenen“ Formteilen (z. B. Verschluss mit Dichtungsring). Beim Ineinanderspritzen, der sogenannten Sandwich-Technik, wird ein mehrschichtiger Aufbau, z. B. weiche Außenhaut über hartem Kern oder Rezyklat innen, Neumaterial außen für qualitativ hochwertige Oberflächen, erzeugt.
Vorteile
Bei aller Verschiedenheit bieten die meisten Mehrkomponentenverfahren ähnliche Vorteile
- Zykluszeiten verkürzen sich erheblich
- Das Einrichten der Maschine wird im Vergleich zu zwei Monomaschinen
- einfacher und schneller
- Arbeitsgänge werden vereinfacht
- Montageaufwand verringert sich
- Qualitätssicherheit und Reproduzierbarkeit steigen
- Weniger Platzbedarf
- Geringerer Energieverbrauch
Verfahrenstechniken im Überblick
- Bi-Injektion – zeitgleiches oder zeitversetztes Einspritzen zweier Komponenten in dieselbe Kavität
- Core-Back-Verfahren – Einspritzen zweier Komponenten in eine Kavität in Folge; Hohlraum für zweite Komponente wird durch Ziehen eines Sperrschiebers freigestellt
- Umsetz-Verfahren – Vorspritzling wird manuell oder mit Robot in die zweite Kavität oder zweite Maschine umgesetzt
- Dreh-Verfahren – Umsetzen durch axiales oder vertikales Drehen mit Drehfunktion in der Maschine oder im Werkzeug






